Online Dienstleister greifen immer mehr Angebote aus Gesundheitssystem auf

Neben dem Tourismus und dem Schmuddelgeschäft ist die Gesundheit sicherlich eines der größten Themen im Netz. Zahlreiche Informationen aus den Bereichen der Alternativmedizin bis hin zur Allgemeinmedizin liegen im Netz (wenn auch sicherlich in jeweils unterschiedlicher Qualität) vor. Darunter existieren mittlerweile gefragte Plattformen, die sich unterschiedlichsten Fragen zur Gesundheit widmen. Einige davon werden sogar durch Fachleute redaktionell gepflegt. Also auch im publizistischen Sinne ist das Internet ein wichtiges Sprachrohr für etablierte Interessengruppen in unserem Gesundheitssystem geworden. Was dabei natürlich wieder besonders hervorsticht, ist die typische Web 2.0 Struktur, bei der die Grenzen zwischen Nutzer und Mitgestalter fließend sind. Etwas, was man sich nun auch binnen des Gesundheitssystems zu Nutze macht. Beispielsweise in der Krankenversicherung.

Das Medium Internet wird nun unter anderem von der AOK dazu genutzt, die eigenen Versicherten zur Bewertung von Ärzten aufzurufen. Diese Bewertungen lassen sich über die Internetpräsenz der AOK realisieren und schlagen sich in einer “weißen Liste“ nieder, in der die AOK die am besten bewerteten Ärzte führt. Das hat zwar zu heftigem Widerstand der Ärzteschaft geführt, da man Wettbewerbsverzerrung fürchtete. Dabei wurde das Gesundheitssystem nur von einer Entwicklung eingeholt, die die Kommunikation anderer Wirtschaftsbereiche schon längst erfasst hat – dem Web 2.0. Und mit ihrer weißen Liste war die Krankenversicherung (http://www.insurance64.co.uk/health/....insurance) der AOK einer der ersten Anbieter, der die Zeichen der Zeit erkannt hat.

Überdies lässt sich die Wichtigkeit des Internets als Kommunikationsmedium zwischen dem Gesundheitssystem und den Menschen auch an den lebhaften Diskussionen ablesen, wenn es beispielsweise um Krankenkassenbeiträge oder Impfkampagnen geht. Das war gerade zuletzt bei der Schweinegrippe ganz klar zu beobachten, wo Internetnutzer verbissen über Sinn und Unsinn der Impfungen gegen den vorübergehenden Nemesis der Medizin diskutierten. Früher wurden solche Diskussionen (man denke an die BSE Diskussion etc.) an Stammtischen geführt. Das Internet ist nun der vergrößerte Resonanzkörper dafür, was diese Debatten teilweise differenzierter und reicher an Impulsen ausfallen lässt. Und wer sich darauf einlässt und die informativen Eigenschaften des Internets besonnen zur Ergänzung nutzt, ist dabei hinterher oftmals schlauer als vorher. Was die geistige Gesundheit angeht, kann (!) das Internet also durchaus im Sinne des Gesundheitssystems einen Beitrag leisten.